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Poales - Grasartige

Die Süßgrasartigen sind mit 16 Familien und über 20.000 Arten eine der größeren Ordnungen der Blütenpflanzen. Sie ist vor allem gekennzeichnet durch blütenbiologische Spezialisierungen, die von ursprünglichen, insektenbestäubten Blüten bis hin zu stark abgeleiteten windbestäubten führen. Im unteren Evolutionsniveau besitzen die Blüten dabei noch den typischen Bau tierbestäubter Einkeimblättler mit dreiteiligen Organwirteln, nämlich eine zweitwirtelige Blütenhülle aus meist gefärbten, auffälligen Perigonblättern, zwei gleichfalls dreiteilige Staubblattkreise und ein Fruchtknoten aus drei verwachsenen Fruchtblättern. Charakteristische Familien des unteren Evolutionsniveaus sind die Ananasgewächse (Bromeliaceae, 3.500 Arten) und einige kleinere Familien, wie die Xyridaceae (400 Arten). Im mittleren Evolutionsniveau sind die Blüten oft schon klein und Windbestäubung spielt eine größere Rolle. Unter weitgehender Beibehaltung des Bauplanes sind die Perigonblätter meist zu unscheinbaren Spelzen oder Borsten reduziert. Typische Familien des mittleren Evolutionsniveaus sind die Binsengewächse (Juncaceae, 500 Arten) oder die Eriocaulaceae (1.200 Arten). Im oberen Evolutionsniveau sind die Blütenbaupläne oft stark modifiziert, sowohl gestaltlich, als auch was die Zahl der Organe angeht. Hierher gehören die Süßgräser (Poaceae, 12.000 Arten), die Sauergräser (Cyperaceae, 5.500 Arten), Restionaceae (550 Arten) und die Rohrkolbengewächse (Typhaceae, 50 Arten). Die Diversifizierung der Ordnung fällt vor allem in die Erdneuzeit und hängt mit der globalen Ausbreitung von Steppen- und Offenland-Lebensräumen ab dem Oligozän (vor ca. 30 Mio Jahren) zusammen. Die Gruppe selbst ist erheblich älter und reicht zumindest in die Zeit der frühen Kreide (110 Mio Jahre) zurück.