Carex fritschii Waisb.Fritsch-Segge

Familie: Cyperaceae


Synonyme

Carex montana subsp. fritschii, C. m. var. fibroso-comosa


Beschreibung

Fritsch´s Segge ist eine der seltensten Sauergräser überhaupt. Sie ist weitgehend auf den südlichen und östlichen Rand der Alpen beschränkt und wohl nur im Tessin auch einigermaßen verbreitet. Schon um den Gardasee kommt sie gar nicht vor. Nördlich der Alpen wächst sie nur bei Habsheim im Elsass, wenige Kilometer westlich des Rheines, und zwar im lichten Hainbuchen Mischwald.

horstig, 20-60 cm hoch. Blätter rinnig, Ränder mitunter etwas abgeknickt, rau, aber unbehaart, hell-dunkelgrün, 2-4 mm breit; nicht überwinternd; Niederblätter +/- rötlich braun, faserig einreißend. Ährchen getrennt geschlechtlich: rein männliche Ährchen oben, rein weibliche unten; Blütenstand locker, mit 2-3 (+/- kurz gestielten) Fruchtährchen (dieses ungefähr so lang wie unterstes Tragblatt, kurz zylindrisch), mit 1 Pollenährchen; Tragblatt der unteren Ährchen ohne Scheide. Drei Narbenäste, Fruchthülle bräunlich, kurzhaarig, 3,5 mm, Fruchthüllen-Schnabel sehr kurz, deutlich abgesetzt; Fruchtspelzen zugespitzt, +/- dunkel (rot-) braun, mitunter schmal weißlich berandet.


Anmerkungen

Carex fritschii ist eine extrem seltene Art. Sie steht merkmalsmäßig zwischen Carex montana und C. umbrosa und wurde ursprünglich als Unterart der ersteren beschrieben. Montana und Fritschii bilden charakteristische, breite Horste in lichten, trockenen Wäldern. Oft wachsen die Horste auch (hexen-) ringartig auseinander oder breiten sich am Hang in Girlanden aus, die dann zu dichten Rasen verschmelzen. Ein anderes Synonym (C. m. var. fibroso-comosa, "Faserschopf-Segge") weist auf einen wichtigen Unterschied zur eigentlichen Montana hin: Die Niederblätter an der Triebbasis zerfallen bei Fritschii sehr bald in rosshaarartige Fasern, während bei Montana das Spreitengewebe auch zwischen den Leitbündeln noch lange erhalten bleibt und seine charakteristische rotglänzende Färbung behält. Außerdem sind die Blätter von Fritschii unbehaart.

Die Merkmale Faserschopf unten und Kahlheit oben teilt sich die Fritsch-Segge dagegen mit der Schatten-Segge. Diese bildet jedoch "einfache" Horste und und besitzt an der Basis der unteren Fruchtähren lange Hochblattscheiden, die bei Fritschii (und Monatana) fehlen.


Vorkommen

lichte Laub-Mischwälder

einheimisch in Mitteleuropa

Rheinebene (Habsheim) sehr selten

Wuchsorte sollten dokumentiert werden (Koordinaten, Foto). Herbarbelege sollten angefertigt werden.


Gefährdungseinstufung - Baden Württemberg

♦ (nicht bewertet)

Gefährdungseinstufung - Deutschland

♦ (nicht bewertet)